Homöopathie

Wissenschaft und Studien

Obwohl die Homöopathie zu den am meisten etablierten komplementärmedizinischen Behandlungen gehört (1) und viele positive Studienergebnisse vorliegen, wird die Wirksamkeit der Homöopathie von kritischen Stimmen teilweise angezweifelt. Ursächlich hierfür ist die bisher fehlende pharmakologische Erklärung des genauen Wirkprinzips der homöopathischen Arzneien.

Hier wird aktuell intensiv geforscht und es lässt sich mittlerweile durch die Grundlagenforschung, u. a. mit Versuchen an Pflanzenmodellen, eine Wirkung über den Placeboeffekt hinaus deutlich belegen. In einem reproduzierbaren Experiment zeigte sich, dass durch Arsen geschädigte Wasserlinsen, unter der Zugabe von homöopathisch potenziertem Arsen signifikant schneller und besser regenerieren, als unbehandelte Kulturen. (2)(3)

Auch in der Veterinärmedizin kann eine Wirkung deutlich belegt werden, z. B. reduzierte eine homöopathische Behandlung in einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie an Ferkeln die Durchfallrate (hervorgerufen durch das Bakterium E. coli) um das sechsfache gegenüber Placebo. Die Homöopathie kann somit auch dazu beitragen, den hier üblichen Antibiotikaeinsatz und die damit verbundenen globalen Antibiotikaresistenzen zu verringern. (4)

In einer groß angelegten Studie von 2021 mit über 6300 Erkrankten zeigte sich, dass Homöopathie zu ähnlichen therapeutischen Ergebnissen wie die konventionelle Therapie führt, eine relevante Symptomverbesserung erreicht werden kann und Homöopathie eine Steigerung der Lebensqualität sowie Reduktion herkömmlicher Medikamente (und ihrer Nebenwirkungen) ermöglicht. (5)

Auch eine Metaanalyse homöopathischer Studien von 2023 belegte für die Homöopathie einen signifikant positiven Effekt im Vergleich zu Placebo. Zudem zeigte sich, dass die methodische Qualität der Homöopathie-Studien vergleichbar mit anderen klinischen Studien desselben Studiendesigns war. (6) Der unabhängige schwedische Wissenschaftler Robert G. Hahn deckte in einer anderen Metaanalyse auf, dass mehr als 90 % aller homöopathischen Studien ausgeschlossen werden müssten, um die Homöopathie als unwirksam darstellen zu können. (7)

Ein weiteres Beispiel für eine randomisierte Doppelblindstudie ist die Forschungsarbeit von Dr. Heiner Frei und Dr. Klaus von Ammon, welche einen hochsignifikanten positiven Effekt homöopathischer Arzneimittel bei aufmerksamkeitsgestörten Kindern (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ADS) zeigte. (8)

Ebenso nennenswert ist eine Studie von Dr. Michael Frass, welcher in einer ebenso randomisierten Doppelblindstudie an 70 Sepsis-Erkrankten belegen konnte, dass eine begleitende, individuelle homöopathische Therapie zu einem signifikant besseren Outcome führte. In der Gruppe, welche zusätzlich zur intensivmedizinischen Therapie eine homöopathische Behandlung erhielt, lag die Überlebensrate bei 76 %, im Vergleich zu 50 % in der Placebo-Gruppe. (9)

Nach dem HTA-Bericht (health technology assessment), der von der Schweizer Regierung in Auftrag gegeben wurde, ist die präklinische Wirkung sowie klinische Wirksamkeit der Homöopathie nach den modernen Standards der Evidenz-basierten Medizin ausreichend belegt. Hiernach stellt Homöopathie, insbesondere im Vergleich zu konventionellen Therapien, eine sichere und kostengünstige Behandlungsmethode dar. (10)

Auch wenn die genau Wirkungsweise der Homöopathie noch nicht abschließend geklärt ist, so ist doch ihre Wirkung an sich ausreichend belegt. Es ist auch der Apfel bereits zu Boden gefallen, bevor Newton die Schwerkraft im 17. Jahrhundert entdeckt hat. Oder wie Dr. Peter Fischer, Forschungsleiter am Royal London Homeopathic Hospital es einst formulierte: „Wenn ein Chemiker die homöopathische Arznei untersucht, findet er nur Wasser und Alkohol; wenn er eine Diskette untersucht, nur Eisenoxid und Vinyl. Beide können jedoch jede Menge Informationen bergen.“

Für weitere Informationen zum aktuellen Stand der Homöopathie-Forschung sind folgende Dokumente bzw. Websites sehr empfehlenswert:

Das Faktenblatt der Ärztegesellschaft für Klassische Homöopathie (ÄKH), Österr. Gesellschaft für homöopathische Medizin (ÖGHM), Österr. Gesellschaft für Veterinärmed. Homöopathie (ÖGVH) und der Initiative Homöopathie hilft (IHH), welcher HIER (Download zu PDF) heruntergeladen werden kann.

Die Universität Bern: www.ikim.unibe.ch/forschung/uebersichten_zum_stand_der_forschung/homoeopathie/index_ger.html

Das Homeopathy Research Institute: https://www.hri-research.org/de/category/aktuelles/

Das Forschungsinstitut der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Homöopathie: https://www.wisshom.de/publikationen/ und https://www.wisshom.de/category/aktuelles/

Literaturangaben:

(1) GfK Austria: Homöopathie in Österreich, 2018, Grundgesamtheit 2.000 Personen ab 15 Jahren, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung; Auftraggeber: Dr. Peithner KG.

(2) Jäger, Tim et al.: Effects of homeopathic arsenicum album, nosode, and gibberellic acid preparations on the growth rate of arsenic-impaired duckweed (Lemna gibba L.). TheScientificWorldJournal Nov. 2010, vol. 10, 2112-29 und Ücker et al. Critical Evaluation of Specific Efficacy of Preparations Produced According to European Pharmacopeia Monograph 2371. Biomedicines 10(3):552.

(3) Video mit Wissenschaftler Prof. Baumgartner (Youtube-Kanal des DZVhÄ): https://youtu.be/6_van-G2HXs.

(4) Camerlink I, Ellinger L, Bakker EJ, Lantinga EA. Homeopathy as replacement to antibiotics in the case of Escherichia coli diarrhoea in neonatal piglets. Homeopathy. 2010 Jan;99(1):57-6.

(5) EPI3-LASER-Studie: “Real-world”-Evidenz zur homöopathischen Versorgung in französischen Allgemeinpraxen. In: HRI Research in Focus, Ausg. 36, Winter 2021.

(6) Hamre et al.: Efficacy of homoeopathic treatment: Systematic review of meta-analyses of randomised placebo-controlled homoeopathy trials for any indication. Syst. Rev. 2023 Oct 7;12(1):191.

(7) HAHN, R. (2013): Homeopathy: Meta-Analyses of Pooled Clinical Data. Forsch Komplementmed 2013;20:376–381.

(8) Frei H et al European Journal of Pediatrics, Vol.164, Nr 12, December 2005: 758-767.

(9) Frass M et al Homeopathy (2005) 94, 75-80.

(10) Bornhöft G, Matthiessen PF (Hrsg.), Homöopathie in der Krankenversorgung. Wirksamkeit, Nutzen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. Ein HTA-Bericht zur Homöopathie im Rahmen des Programmes Evaluation Komplementärmedizin in der Schweiz. VAS-Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt 2006.